Jüngste Unfälle

In den vergangenen Wochen sind mehrere “kleinere” Unfälle passiert. Eine Übersicht:

  •  27.9 Filter (ALPS) für belastetes Wasser fällt (erneut) aus. Grund: In der Abwassserleitung sorgte ein Gummi, der dort vergessen wurde, für eine Verstopfung. Der Gummi sollte eine Leiter stabilisieren, die wiederum vor der Inbetriebnahme ein Aus- und Eingehen in den Tank gewährleistete.
  • 1.10 Aus kleinen Tanks läuft Wasser über. Grund: In dem Becken um die Reaktoren drohte das Regenwasser überzulaufen, sodass es vorsorglich umgeleitet wurde. Jedoch schloss ein Arbeiter versehentlich die Leitung an einen kleinen Tank an, woraufhin dieser überlief. (siehe auch Yomiuri News)
  •  2.10 Aus einem Tank läuft belastetes Wasser über. Grund: Beim Befüllen wurde der Schiefstand des Tanks nicht beachtet. (siehe auch WELT)
  • 7.10 Die Wasserversorgung für den Reaktor 1 fällt aus. Grund: Die Stopptaste der Kühlwasserzufuhr wurde versehentlich gedrückt.
  •  9.10 Arbeiter kommen mit belastetem Wasser in Berührung. Grund: Beim Entsalzen (Teil der Dekontaminierung von Wasser) trennen Arbeiter versehentlich einen Schlauch ab, wodurch belastetes Kühlwasser ausgelief. Genauer gesagt wurder der Zuwasserschlauch mit dem Abwasserschlauch verwechselt. (siehe auch faz)

Die Arbeiter in dem Kernkraftwerk Fukushima sind erschöpft, der Kampfesmut ist aufgezehrt. Ein Unfall wie das Verwechseln der Schläuche konnte unter anderem deshalb passieren, weil die Schläuche nicht farblich gekennzeichnet sind. Für solche Dinge war bisher einfach keine Zeit, was bedeutet, dass auch in Zukunft die Sicherheit der Anlage allein von einer sorgsamen und konzentrierten Arbeitsweise abhängt. Bis zu den vermehrten Unfällen in den letzten zwei Wochen gab es bisher keine Probleme dieser Art. Es waren vielmehr Beispiele von leckenden Tanks, die Konstruktionsfehler hatten und nicht den Arbeitern zur Last gelegt werden können. Jedoch steht Tepco unter großem Druck, die Anlage unter Kontrolle zu halten. Die Arbeiter sollen sich beeilen und werden somit an den Rand ihrer Kräfte gedrängt. (Tokyo Shimbun, 10.10.2013 Morgenausgabe S.1)

Der japanische Staat will so schnell wie möglich eine Lösung des Problems mit dem belasteten Abwasser erzielen (siehe auch dwn). Abe hat noch im September dem internationalen Olmpischen Komitee versichert, dass das im Kernkraftwerk Fukushima alles unter Kontrolle sei. (siehe auch heise) Doch wie mitterweile klar ist, laufen große Mengen belastetes Wasser ins Meer. Japan steht unter Erfolgsdruck. Für die Arbeiter vor Ort bedeutet dies, dass sie nicht nur an ihre eigenen, sondern auch an die gesetzlichen Grenzen gehen müssen. Das Gesetz schreibt vor, dass ein Arbeitstag acht Stunden beträgt und zwei Stunden Überstunden erlaubt sind. Nach neun einhalb Stunden läutet der Alarm, den jeder Arbeiter am Körper trägt. Doch kommt es nicht selten vor, dass die Arbeiter angewiesen werden, ihren Alarm kurz vor Klingeln gegen einen neuen einzutauschen. Das Personalmanagement übernimmt eine Firma, die bei Tepco unter direktem Vertrag steht. (Tokyo Shimbun, 11.10.2013 Morgenausgabe S.1)

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