Grenzwerte für Nahrungsmittel

Wie steht es um die Lebensmittelkontrolle zweieinhalb Jahre nach dem Reaktorunfall im AKW Fukushima? In Tokyos Supermärkten sieht man mehr und mehr Gemüse aus Fukushima. Direkt nach dem Unfall ist vor allem Cäsium 137 und 134 ausgetreten, das zu einer teilweise zu einer Kontamination der Lebensmittel geführt hat. Bis sich die Menge dieser Stoffe halbiert, vergehen bei Cäsium 134 zwei Jahre und 30 Jahre bei Cäsium 137. Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt hat im Herbst 2011 und im Jahr 2012 im Frühling und Herbst (insgesamt drei Mal) Lebensmittelproben aus der Region eingesammelt und auf ihr Cäsiumgehalt geprüft. Das Ergebnis war, dass die Menge an radioaktiven Stoffen die Grenzwerte unterschritten (Jahresmittel 2011 in Fukushima 0,02 mSv; Herbst 2012 auf 0,004 mSv gesunken).

Nicht nur durch einen solchen nuklearen Unfall ist der Mensch radioaktiven Stoffen ausgesetzt, viele Lebensmittel enthalten natürlicher Weise radioaktive Stoffe, z.B. Kalium. Auch kosmische Strahlung ist ein Teil unseres natürlichen Lebensumfelds. Die durchschnittliche Menge an Strahlung, der man pro Jahr auf der Erde exponiert ist, beträgt 2,4 mSv. In Japan ist der Durchschnitt 1,5 mSv. Man geht davon aus, dass eine zusätzlich Belastung von bis zu 1 mSv kein Problem ist. Die Untersuchungsergebnisse liegen hier unter einem Prozent Mehrbelastung und liegen damit im verträglichen Rahmen.

Wie steht es nun aber um Gemüse, das möglicherweise stark verseucht ist? Es gibt Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Ob die Lebensmittel diese nicht überschreiten, prüfen von der Regierung anerkannte autonome Organisationen und Prüfstellen. Zunächst werden Lebensmittel geprüft, die in der Vergangenheit als verseucht einstuft wurden. Dann werden wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse kontrolliert. Die Ergebnisse veröffentlicht das Ministerium am Ende jeden Monats online. Sobald ein Produkt gefunden wird, das die Grenzwerte überschreitet, wird die Auslieferung gestoppt. Ein Teil der Produkte aus dem Nordosten Japans (Tohoku und Kanto) und Fukushima wie etwa Pilze, Gemüse, Fisch und Fleisch sind reglementiert und unterliegen einer Auslieferungsbeschränkung. Der jetztige Richtwert für Strahlenbelastung ist im April 2012 festgelegt worden. Er bezieht sich auf einen jungen Mann, der sich ein Jahr lang gut ernährt und nicht mehr als 1 mSv ausgesetzt ist. Um diese Richtlinie einhalten zu können, dürfen Lebensmittel daher nicht mehr als 100 Bq/kg aufweisen. Kurz nach dem Unfall allerdings hatte es vorläufige Richtlinien gegeben, die sehr viel höhere Werte zuließen (2011 → Wasser, Milch = 200 Bq/kg, Gemüse, Fleisch, Fisch, Getreide = 500 Bq/kg; seit 2012 → Wasser = 10 Bq/kg, Milch = 50 Bq/kg, Lebensmittel allg. = 100 Bq/kg, Babynahrung = 50 Bq/kg). (Tokyo Shimbun, 9.10.2013 Morgenausgabe S.4)

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One comment

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