Eiswand um den havarierten Reaktor

Arbeiten zum Errichten der Eiswand um das haverierte Kraftwerk aufgenommen

Tepco hat am 2. Juni mit den Arbeiten an einer undurchlässigen Eiswand begonnen. Diese Wand soll das belastete Wasser einfrieren, das sich unterhalb der Reaktorgebäude befindet. Ein Hoffungsschimmer, der aber durch die ohnehin schon schwierigen Aufräumarbeiten und der unklaren Situation des Erdreichs getrübt wird.

In der Nähe eines Reaktorgebäudes wurde ein Testlauf auf einem 100qm² großen Feld unternommen, wobei Flüssigkeit mit einer niedrigen Temperatur in das Erdreich gepumpt wurde. Die spätere Wand soll allerdings 1,5 km betragen. Noch ist nicht sicher, ob sie tatsächlich den Erwartungen stand hält.

Ein Sprecher Tepcos sagt: “Von technischer Seite erwarten wir keine Komplikationen”, doch unter dem Gelände befindet sich eine riesige Menge Grundwasser. Bevor das Kraftwerk gebaut wurde, gab es in der Gegend viele Flüsse; an manchen Stellen fließt das Grundwasser sehr schnell. Wenn aber das Wasser schnell fließt, besteht die Gefahr, dass dieser Teil nicht richtig durchfriert und die Mauer dort beschädigt wird.

Die Arbeiten finden nicht weit von den Reaktoren statt. Trotzdem die stündliche Belastung, verglichen mit den Werten direkt nach dem Unfall, zurückgegangen ist, sind es dennoch an manchen Stellen 0,1-0,4 mSv pro Stunde, bei denen Vorsicht angebracht ist. Unter diesen Bedingungen müssen die Leitungen zusammengeschweißt und in das Erdreich gebracht werden; eine Aufgabe, die viel Geduld erfordert.

“Diese Arbeiten werden über einen langen Zeitraum stattfinden, wir werden das Gelände abschirmen und auf die radioaktive Belastung der einzelnen Personen achten”, so betont Teruaki Kobayshi, Hauptstellvertreter des Standorts. Allerdings haben nur wenige der Arbeiter das entsprechende Fachwissen.

Auch nach der Fertigstellung sind Reparaturen und ein Auswechseln der Leitungen nötig. Jede Anstrengung ist nötig, um die Radioakitivität auch nur ein wenig zu verringern.

Eine andere Sorge ist, dass sich in dem Bereich in der Nähe des Meeres in den unterirdischen Tunneln Hindernisse gebildet haben könnten. Die Situation des Erdreichs ist nicht ausreichend bekannt.

Trotzdem im Februar bei Wasserabsperrarbeiten auf die Elektrokabel unter der Erde besondere Rücksicht genommen wurde, kam es zu einem Zwischenfall mit einem Bagger, der ein Kabel durchtrennte, woraufhin die Kühlung der verbrauchten Brennstäbe in Reaktor 4 ausfiel.

Zudem verbraucht die Eiswand ungefähr die Strommenge von 1300 Haushalten. Wie man mit dem Wasser in den Reaktoren umgeht, ist weiterhin offen und wird derzeit geprüft. (Tokyo Shimbun, 3.6.2014 Morgenausgabe S.1)

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