Der Eiswall – der harte Alltag

Die Tokyo Shimbun ist mit dem Helikopter “Asazuru” über das Gelände von dem AKW Fukushima I geflogen. Das Wasser, das sich unterhalb der Gebäude befindet, fließt durch einen unterirdischen Tunnel ins Meer und verursacht so massive Probleme. Damit das unterbunden werden kann, wird in die Verbindungsteile der Tunnel große Mengen Trockeneis und Eis eingeführt, um den Gefrierprozess zu beschleunigen. Den Ort des Geschehens wollten wir einmal unter die Lupe nehmen. (Foto auf der Seite der Tokyo Shimbun)

Unterirdisch belastetes Wasser – 24 h Bereitschaft

Die Recherche fand am 31. August statt, an diesem Tag war kaum jemand auf dem Gelände zu sehen. Nur am 2. Reaktorblock, an der Wand zum Turbinengebäude wurde unablässig an der Eiswand gearbeitet.

Der ursprüngliche Plan war es, in das Tunnelverbindungsstück nahe des Gebäudes mit Hilfe von Rohren Eis in einzuführen und somit den Bereich gefrieren zu lassen. Der Wasserzufluss vom Gebäude sollte verhindert, das belastete Wasser in den Tunneln abgepumpt und diese schließlich mit Zement gefüllt werden.

Aber es will nicht nach Plan gefrieren. Daher bringt man nun jeden Tag ca. 20 t Eis in die Erde und versucht, die Wassertemperatur zu senken und den Gefrierprozess anzukurbeln. Jeden Tag wird in einem Vier-Schichtbetrieb 24 h lang die Arbeit fortgesetzt. Trotzdem lassen sich keine deutlichen Erfolge erzielen und bald wird man dazu übergehen, Zement in die Tunnel zu pumpen.

Durch unser Fernrohr betrachtet, sah die Baustelle noch enger und chaotischer aus als erwartet. Der Schutt, verursacht durch den Tsunami vor dreieinhalb Jahren, liegt immer noch überall herum, darüber Spanplatten und Rohre. Wenn der Kran mit einem großen Sack voll Eis kommt, dann laufen lauter Arbeiter mit Hacken und Schaufeln in den Händen herbei und beginnen eifrig zu schippen. Zu ihren Füßen das hochbelastete Wasser. Machen sie einen Fehler, sind sie im Nu starker Radioaktivität ausgesetzt. Wir konnten nur beten, dass ihre Anstrengungen Früchte tragen würden. (Takeshi Yamakawa, Tokyo Shimbun, 7.9.2014 Morgenausgabe S.1)

Weitere Informationen zur Eiswand:

http://www.japanmarkt.de/2014/08/29/wirtschaft/fukushima-eiswand-stoesst-auf-technische-probleme/

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