Arbeiten am Limit der Strahlendosis

Die Baustelle direkt über dem belasteten Wasser

http://mainichi.jp/graph/2014/08/20/20140820ddm001040146000c/001.html

Mainichi Shimbun

An der Baustelle des AKWs Fukushima I gibt es weiterhin Probleme. Das Wasser im Verbindungsstück zwischen dem Gebäude und dem unterirdischen Tunnel soll gefroren werden, Tepco bemüht sich derweil um weitere Tests mit speziellem Zement, der in die Tunnel gegossen werden soll. Jedoch finden die Arbeiten unmittelbar über hochgradig belastetem Wasser statt, wodurch die Arbeit stark erschwert wird. Hinzu kommt, dass manche der Arbeiter durch die erhöhte Strahlendosis schon nicht mehr dort arbeiten können.Seit Beginn der Installation eines Rohrs mit Tieftemperatur-Kühlflüssikeit im Tunnel sind bereits neun Monate vergangen. Hier sind die Arbeiter pro Tag 0,4 mSv ausgesetzt. Hält man sich an diesem Ort drei Tage lang auf, ist man der selben Strahlendosis exponiert, der ein durchschnittlicher Mensch über ein Jahr hinweg höchstes ausgesetzt sein darf.

Da das Kühlrohr allein nicht ausreicht, schaufeln die Arbeiter in einem 24 h Schichtbetrieb zusätzlich Eis in den Tunnel. Auch diese Maßnahme hat nicht dazu geführt, das Wasser gefrieren zu lassen, sodass man nun dazu übergegangen ist, Zement zwischen die Kühlrohre und dem Gebäude einzuführen. Damit erhofft man sich, den Fluss des Wassers zu stoppen. Wenn alles nach Plan läuft, wird das gefrorene Wasser ab Mitte November entfernt.

Problematisch allerdings ist die Dosis, mit der die Arbeiter konfroniert sind, die immer größer wird und somit die Gefahr besteht, dass sie dort nicht mehr arbeiten können. Die NRA hat bei einer Zusammenkunft kundgegeben, dass die Tepco-Mitarbeiter “eine spezielle Weste tragen sollen, die die Strahlenexposition verringen soll, und die Arbeiter, deren Strahlendosis zu hoch ist, sollen an weniger strahlende Arbeitsplätze verlegt werden.”

Nach gründlicher Inspektion der Dokumente wurde jedoch klar, dass die 190 Arbeiter der Subunternehmen bereits eine sehr hohen Dosis an Strahlenbelastung aufweisen. Dieses Subunternehmen legt eine Belastungsgrenze von ca. 18 mSv fest, der ein Arbeiter pro Jahr exponiert sein darf. Das entspricht einer Dosis von zwei Jahren, und fünf der Arbeiter können aufgrund dessen im nächsten Jahr nicht mehr arbeiten, 22 erreichen innerhalb des nächsten Jahres die Maximaldosis und somit bleiben 22 Personen, deren Strahlungswerte noch gering sind.

Allein an dieser einen kleinen Baustelle haben 49 Arbeiter ihre Einnahmequelle eingebüßt. Der Weg bis zur Stilllegung des AKWs ist noch lang, und es ist Tepcos erste und wichtigste Aufgabe, seine Arbeiter zu schützen.

Wirtschaftsminister Miyazawa besichtigt AKW Fukushima

Das erste Mal seit Amtsantritt besichtigte der Wirtschaftsminister Yôichi Miyazawa am 1. November das Kernkraftwerk Fukushima. Über die Reaktorstilllegung und das Abwasserproblem sagte er: “Es gibt eine Menge Probleme, aber immerhin sind wir bis hier gekommen.” Zu der Wiederinbetriebnahme des AKW in Sendai (Präfektur Kagoshima) äußerte er sich: “Wir beachten jegliche Sicherheitsvorkehrungen, damit ein solches Unglück nicht noch einmal passiert. In Fukushima ist ein Unfall passiert, den es nicht hätte geben dürfen. Die Wiederinbetriebnahme in Sendai erfolgt auf Grundlage der weltbesten und modernsten Sicherheitstandards.” Er betonte, dass beide Kraftwerke sehr unterschiedlich seien.

Über die Wiederinbetriebnahme des AKW Fukushima II sagte er: “Wir können dieses AKW nicht wie alle anderen behandeln.” Gegenüber einer Stilllegung zeigt er sich offen, jedoch solle “erst die Situation gut eingeschätzt werden, und dann von dem Unternehmen ein Urteil gefällt werden.”

Miyazawa ermutigte die Tepco-Angestellten an diesem Tag im Erdbebenschutzgebäude. Darüberhinaus inspizierte er unter anderem den Bergungsvorgang der Brennstäbe im Reaktorgebäude 4, das Wasserreinigungssystem “ALPS” und die Eiswand.

Am 3. November spricht Miyazawa über die Wichtigkeit der Wiederinbetriebnahme des AKW in Kagoshima, in diesem Zusammenhang ist auch der Besuch in Fukushima zu verstehen, denn wer den Unfallsort nicht gesehen hat, kann schlecht über Inbetriebnahme sprechen, so die Kritik. (Kôshi Ôno, Tokyo Shimbun, 2.11.2014 Morgenausgabe S.2)

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