Sicherheit an zweiter Stelle – häufige Unfälle

Der Zustand in Fukushima I

Abbildung Unfälle

Abbildung Unfälle (Tokyo Shimbun)

Auf dem Gelände Fukushima I sind im September und November von den Tanks, die gerade neu installiert werden, Stahlteile heruntergefallen. Ob große oder kleine Unfälle – ihre Anzahl steigt stetig an. Offensichtlich liegt das an dem Druck von Seiten der Regierung und Tepcos den veranschlagten Zeitplan einzuhalten. Auf den zwei Abbildungen ist der Unfallhergang dargestellt. Beide Male sollten die Arbeiten an den geschweißten Tanks möglichst schnell fertiggestellt werden.

Abbildung 1: Von einem Tank mit einer Höhe von mehr als 10 m fällt ein Rohr herab.

Abbildung 2: Eine Arbeit wird in der Nähe der zu installierenden Tanks durchgeführt und dabei fällt ein Teil von 390 kg herab.

Bei dem Unfall im September brach sich ein Arbeiter den Rücken, im November trat eine Verletztung bei drei Personen am Rückenmark auf. Nach dem Unfallhergang zu urteilen, hätte es auch tödlich enden können. Eigentlich gibt es die Regelung, dass wenn Arbeiten an einer hohen Baustelle unternommen werden, nicht darunter in der näheren Umgebung gearbeitet wird. Zu dem Unfall im November äußert sich Tepco: “Es waren keine direkten Arbeiten oben und unten”, es lagen 10 m zwischen beiden Arbeitsplätzen. Aber das Stahlteil, das heruntergefallen ist, hatte eine Länge von 25 m. Nach dem Aufprall auf den Boden sprang es in die Luft und traf dabei einen Arbeiter. Tepco versichert zwar, dass in Zukunft besser geprüft werden soll, in welchem Abstand die Arbeiten durchgeführt werden sollen, aber es gibt keine Garantie dafür, dass sich wirklich etwas verbessern wird.

Von oben betrachtet sieht man all die Baustellen: Die Ausbesserung des Fundaments, die Betonierung des Bodens, das Installieren der Tanks u.s.w. Viele der Arbeiten passieren an beengten Plätzen und viele verschiedene Gruppen führen ihre Tätigkeiten gleichzeitig aus. Passt man nicht genau auf, wird es wahrscheinlich wieder zu ähnlichen Unfällen kommen. Ein Arbeiter erzählt: “Es kommt so oft zu Unfällen und Verletztungen, weil einerseits die Anzahl der Arbeiter angestiegen ist und andererseits der Druck da ist, den Zeitplan einzuhalten.” Wenn der Zeitplan etwas flexibler wäre, könnte man die Arbeiten besser verteilen, aber so werden dagegen auf engem Raum viele Aufgaben gleichzeitig erledigt. In Fukushima I gibt es demnach “keine Zeit, die Arbeiten vorzubereiten oder das Gelände zuvor in Ordunung zu bringen. Schließlich werden viele andere Dinge gleich nebenan getan.” Die Schichten werden so gelegt, dass die Arbeiter von morgens bis abends durchgängig beschäftigt sind. Da die Anzahl der Personen begrenzt ist, sind lange Arbeitszeiten nicht zu verhindern. Viele der Aufgaben treten zum ersten Mal auf, sodass ihre Bearbeitung länger dauert als geplant und die Arbeitsweise zunächst einmal angepasst werden muss. “Eigentlich müsste der Zeitplan geändert werden, aber das geschieht nicht, wenn es also Schwierigkeiten gibt, muss man eben Überstunden machen.” Vom Vorstand von Tepco gab es wohl auch Äußerungen wie: “Mehr als sowieso schon werden wir uns nicht verspäten! Baut keine Unfälle!”, die unmissverständlich Druck ausüben. Tepco veröffentlicht nur große Unfälle, sodass diese Zeitung über das letzte halbe Jahr Informationen der Arbeiter gesammelt hat. Rohre, die herunterfallen, Verletztungen beim Betonieren, die genäht werden müssen…Ein Veteran sagt dazu, dass “unter diesem Druck auch psychologisch schneller Unfälle passieren.” (Natsuko Katayama, Sadatoshi Kokura, Tokyo Shimbun, 16.11.2014 Morgenausgabe S.2)

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: