Mittelfristige Lagerung von radioaktivem Müll in Fukushima

Am 3. Februar gab das Umweltministerium bekannt, dass der radioaktive Schutt, der durch den Unfall im AKW Fukushima entstanden ist, in Futaba und Ôkuma (Präf. Fukushima) gelagert werden soll. Das Ministerium hat von einem Industriepark insgesamt 6 ha unentgeltlich angeliehen und wird davon auf 2 ha ein vorläufiges Lager für den Schutt einrichten. Die zwei zukünftigen Lagerstätten liegen ca. einen Kilometer von dem AKW Fukushima I entfernt und sind damit Sperrgebiet. Vor Ort waren mehrere Arbeiter anzutreffen, die mit weißen Masken und in Schutzkleidung per Hand das Gestrüpp einsammelten und mit schwerem Gerät den Boden ebneten. In der Stadt Futaba beträgt die Belastung der Luft 5 Mikrosievert pro Stunde, in Ôkuma sind es 20 Mikrosievert pro Stunde. Neben dem Bau der Lagerstätten werden immer noch die Aufräumarbeiten fortgesetzt. Der Beauftragte des Umweltministeriums für die Einrichtung von Lagerstätten, Tetsuro Fujitsuka, äußert sich dazu: “Wir müssen zwar schnell mit den Arbeiten beginnen, aber ich möchte trotzdem den ehemaligen Einwohnern der Stadt alles sorgfältig erklären und um ihr Verständnis bitten.”

In der Präfektur Fukushima gibt es mittlerweile ca. 1000 Orte, an denen vorübergehend der Müll gelagert wird. Das Umweltministerium möchte, angefangen bei Futaba und Ôkuma, an insgesamt 9 Ortschaften radioaktiven Schutt ablagern. Ursprünglich wollte die Regierung bereits im Januar mit den Arbeiten beginnen, aber da es Unstimmigkeiten mit den Grundbesitzern gab, wurde das Vorhaben aufgegeben. Das Umweltministerium erklärt, dass das Vorhaben nach dem Beginn des Baus ein Jahr lang als Probetransport gehandhabt wird und es daher noch etliche Jahre dauern wird, bis der Schutt von seinem jetztigen Platz verschwindet.

Das Lager wird den Schutt für 30 Jahre beherbergen können. Es ist konzipiert um 3000 t Schutt aufzunehmen. Seit Dezember 2013 waren die Pläne im Raum, aber die Anwohner wehrten sich dagegen, sodass sogar die Zahlung einer Pachtgebühr bewilligt wurde. Am 14.8.2014 hatte man sich auf eine Summe von 301 Mrd. Yen geeinigt. Die Verhandlungen wurden weitergeführt, waren jedoch bis zuletzt schwierig. Im Januar diesen Jahres sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, jedoch ohne Erfolg. Der nächste Termin ist nun der 11. März, bis zu diesem Tag sollen die Arbeiten endlich beginnen. (Tokyo Shimbun, 4.2.2015 Morgenausgabe S.2)

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