Mehr als drei Mal so viel radioaktives Wasser wie geplant

Am 25. März gab Tepco bekannt, dass nach ihren Berechnungen über den Zeitraum eines Jahres von April 2014 ca. 742 Milliarden Becquerel radioaktives Cäsium ins Meer geflossen sind. Das ist drei Mal mehr, als der von Tepco festgesetzte Zielwert von 220 Milliarden Becquerel pro Jahr. Erst im Februar kam ans Licht, dass Tepco über längeren Zeitraum verheimlicht hatte, radioaktives Wasser aus den Abflussrinnen direkt ins Meer geleitet zu haben. Dazu untersucht nun die NRA die genauen Folgen. Bei der Sitzung der Untersuchungskommission am 25. März wurde berechnet, wieviel Wasser seit dem 16. April 2014 bis zum 23. Februar 2015 durch die Rinnen geflossen ist und wie hoch dabei die Konzentration der radioaktiven Teilchen gewesen ist. Der größte Anteil von 510 Mrd. Bq belastetem Grundwasser floss von dem Gelände der havarierten Reaktorgebäude ins Meer, gefolgt von dem Abwasserkanal K, durch den 200 Mrd. Bq geflossen sind. Die übrigen drei Abwasserleitungen transporten die restlichen ca. 10 Mrd. Bq. ins Meer.

Wasserabfluss von Anlage

Wasserabfluss von Anlage

Tepco hatte zwar bisher stets betont, dass der Hauptgrund für das belastete Wasser der Regen sei, der auf das Dach der Reaktoren fällt und somit verschmutzt wird und abläuft, aber Toyoshi Fuketa, Kommissionsmitglied der NRA, äußerte sich: “Natürlich müssen wir die Wahrscheinlichkeit, dass sich Regenwasser auf dem Dach sammelt, miteinbeziehen, allerdings sollten wir trotzdem der Ursache des kontaminierten Wassers schnellstens auf den Grund gehen.”

Nun wird Tepco zügig die Untersuchungen vorantreiben, unter anderem mit einem kleinen Helikopter und einem Kran, die an hoch belasteten Stellen Messungen durchführen sollen. Allerdings äußerte sich Tepco zu dem Abfluss des Wassers mit den Worten, verglichen mit dem Wasser, das dirket von den Reaktoren 1-4 abgeflossen ist, sei nur ein Zehntel durch eigenes Verschulden über die Kanäle ins Meer gelangt, und in so fern gäbe es kein ernsthaftes Problem. Auch das Anschauungsmaterial, das Tepco dareicht, weist Monitoring-Werte auf, bei denen Schwankungen vorliegen, die aber durch Tepco nicht dargestellt werden. Stattdessen heißt es nur der “Wert (liegt) unterhalb der Nachweisgrenze”. (Tokyo Shimbun, 26.3.2015 Morgenausgabe S.1)

Weiterführende Links:

Japan Today: TEPCO to make all data on radiation at Fukushima plant public

GlobalResearch: TEPCO Under Fire after Hiding Massive Radioactive Waste Leak at Fukushima for a Full Year

Chihaya Koyama Lüth: Fukushima

 

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