Radium in Ikebukuro

Der Tokyoer Bezirk Toshima ließ einem Park nahe der Station Shimoitabashi (Tôbu Tôjô Linie) am 24. April hoch belastete Erde mit Werten von 480 µSv pro Stunde abtragen. Nach der Dekontamination befand sich der Wert bei 0,06 µSv pro Stunde und damit unter den offiziellen Richtlinien. Die betroffene Erde soll in einem externen Labor untersucht werden. Der Bezirk nahm das zum Anlass, weitere Untersuchungen von Parks und Schulen durchzuführen.

Nach Angaben des Bezirks fiel der Strahlungswert der Umgebung beträchtlich, nachdem ein Beauftragter der Japan Radioisotope Association  die hochbelastete Erde entfernte. Nach einer Messung des Materials stellte sich heraus, dass es sich um Radium handelte. Der Beauftragte verwahrte das Material sicher und brachte es zu der Gesellschaft.

Der Bezirk sperrt nun den Park vorübergehend und untersucht seit dem 25. April, ob auch andere Stellen auf dem Gelände betroffen sind.

Darüberhinaus werden 330 Einrichtungen auf Strahlung geprüft, vor allem solche, an denen sich viele Kinder aufhalten wie z.B. Grundschulen und Parks. Nach dem Atomunfall hatte der Bezirk im Jahr 2012 zwar die Schulgelände kontrollieren lassen, doch die Bevölkerung wünschte sich erneute Untersuchungen.

Am 24. April erhielt die Beratungsstelle des Bezirks 202 Anrufe von besorgten Eltern. Die Beamten konnten nur damit beschwichtigen, dass es sich um eine kleine Stelle handle, und ausgenommen dem Fall man stünde dort über einen längeren Zeitraum, könne den Kindern nichts passieren.

Radium ist ein Stoff, der in der Natur vorkommt. Radium 226 wurde vor dem Krieg für Fluoreszenzfarbe oder auch Krebstherapie eingesetzt. Nachdem man herausfand, dass sich der Stoff schädlich auf den Körper auswirkt, ist seit 1958 eine Erlaubnis für den Besitz oder den Gebrauch Pflicht. Im Jahr 2011 wurden im Bezirk Setagaya einige Flaschen Radium 226 unter dem Fußboden eines Wohnhauses gefunden. (Tokyo Shimbun, 25.4.2015, Morgenausgabe S. 31)

Weiterführende Links: Japan Times, Toshiba City (Jp)

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