2,3 Billionen Yen für Sicherheit der Kernkraftwerke

Nach Einführung des neuen Gesetzes für Reaktorsicherheit im Jahr 2013 steht Wirtschaftlichkeit in Frage

Nach Recherchen der Tokyo Shimbun müssen die neun Energiekonzerne nach den neuen Richtlinien aus dem Jahr 2013 mit 2,3 Billionen Yen Mehrkosten rechnen. Das METI hatte im Herbst selben Jahres eine Untersuchung veröffentlicht, bei der zunächst von 1,6 Billionen Yen ausgegangen wurde. Diese Zahl vergrößerte sich allerdings innerhalb anderthalb Jahren um 40 % (700 Milliarden Yen). Auf Nachfrage der Konzerne sind noch nicht alle Kernkraftwerke eingerechnet, weshalb die Kosten wahrscheinlich weiter steigen werden.

Ein Teil der Kosten wurde bereits auf den Strompreis umgeschichtet; zahlen müssen das die Unternehmen und Haushalte. Die erhöhten Sicherheitsstandards lassen den Strompreis also steigen. Das ist schlecht für die Regierung und die Energiekonzerne, denn die betonen immer wieder, dass es vor allem aus wirtschaftlichen Gründen wichtig sei, alle Kraftwerke so schnell wie möglich wieder an Netz zu bringen.

Im April diesen Jahres führte die Tokyo Shimbun eine Umfrage mit den neun Energiekonzernen (ausgenommen Okinawa) durch, bei der es um die Verbesserung der Sicherheitsstandards nach der Katastrophe ging.

Ausgenommen von Kepco (Kansai-Gebiet) sprengten alle acht Konzerne den Kostenrahmen des Wirtschaftsministeriums. Kepco äußerte sich: “Wir können die jüngsten Zahlen nicht veröffentlichen” und verwies auf die Zahlen aus dem Jahr 2012.

Hepco (Hokkaido) verdoppelte seine Ausgaben von 90 Milliarden Yen auf 200 Milliarden Yen. Die Prüfung der NRA für eine Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Tomari (Hokkaido) läuft bereits. Allerdings beanstandete die NRA, dass der Feuerschutz noch nicht ausreichend gewährleistet sei. Nun muss Hepco noch nachlegen und weiter ausbauen.

Ebenso erging es dem Betreiber des AKWs in Matsue City, Präfektur Shimane. Auch dort verdoppelten sich Kosten auf 200 Milliarden Yen. Das Kraftwerk Hamaoka in Omaezaki, Präfektur Shizuoka baut derzeit u.a. einen Damm, der mit 300 Milliarden Yen um einiges teuer ist als die veranschlagten 50 Milliarden Yen.

Von den neun befragten Konzernen antworteten fünf (Hepco, Chûden, Kepco, Energia, Yonden), dass weitere Umbauten und Erneuerung durchaus möglich und weitere Kostenerhöhungen nicht auszuschließen seien. Kepco will die ca. 40 Jahre alten Reaktoren 1 und 2 des Takahama AKWs (Präfektur Fukui) wieder in Betrieb nehmen.

Auch die Japan Atomic Power Company mit ihren drei Kernkraftwerken in Tsuruga wird mehr 93 Milliarden Yen für den Umbau ausgeben. Das sich im Bau befindende Kraftwerk Ôma in der Präfektur Aomori wird den Betreiber J-Power 130 Milliarden Yen kosten, wobei die Sicherheitskosten schon inbegriffen sind. (Tokyo Shimbun Morgenausgabe, 17.5.2015, S.1)

Weiterführende Links: Mai 2015 – Japan gibt neuen Energiemix bekannt (n-tv, Japan Times).

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: