Radioaktiv verseuchte Flüsse in Tokyo

Nachweis von 452 Becquerel Cäsium in der Nähe der Börse Tokyo

Nihonbashi-Fluss: Stromabwärts steigen die radioaktiven Werte

Die Tokyo-Zeitung untersuchte für Sie die Flüsse der Hauptstadt (Nihonbashi-Fluss, Kanda-Fluss, Sumida-Fluss) auf radioaktive Kontaminierung durch den Atomunfall des AKWs Fukushima Daiichi im Jahr 2011. Der Nihonbashi-Fluss, in diesem Jahr zum ersten Mal geprüft, wies pro Kilogramm bis zu 400 Becquerel Cäsium auf. Auch der Sumida-Fluss, der seit letztem Jahr beobachtet wird, ist zwar immer noch belastet, jedoch mit schwankenden Werten.

Tokyos Flüsse (Google Maps)

Tokyos Flüsse (Google Maps)

Die Tokyo-Zeitung untersuchte mit Hilfe von Experten die wichtigsten Flüsse der Hauptstadt und die Tokyo-Bucht. Bei der Versuchsreihe in diesem Jahr wurden Proben im Zeitraum von August bis September von Booten und Brücken aus dem Wasser entnommen. Shinzô Kimura, Professor an der Dokkyo Medical University, leitete die Untersuchungen, bei denen die Proben mit einem Germanium-Präzisionshalbleiterdetektor über 4-12 h gemessen wurden. Es sind die 10. Untersuchungen dieser Art.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Nihonbashi-Fluss, der beim Tokyo Dome (Tokyo Bunkyo-Bezirk) vom Kanda-Fluss abzweigt und von dort zum Nordteil des Kaierpalastes über das Finanzviertel fließt, eine Tendenz zu einer vermehrten Kontaminierung flussabwärts aufweist.

Die höchsten Werte lagen bei der Yoroi-Brücke in der Nähe der Börse (Chûô-Bezirk) bei 452 Becquerel. Die umliegenden Brücken wiesen Werte um 300 Becquerel auf.

Im Kanda-Fluss hingegen ließen sich Werte um 150 Becquerel für den Bezirk Bunkyo und Shinjuku nachweisen. In Ocha-no-mizu sowie im Sumida-Fluss auf der Höhe Akihabara konnten keine radioaktiv belastete Proben festgestellt werden.

Der Stadt zufolge hat man in Tokyo keine größeren Ausbaggerungen im Kanda-Fluss und im Nihonbashi-Fluss betrieben, sodass sich die Ablagerungen von 2011 bis heute unverändert in den Flussbetten ansammeln.

Obwohl bei der diesjährigen zweiten Untersuchung des Sumida-Flusses die Werte nicht mehr um 300 Becquerel lagen wie zuvor, konnte jedoch eine Versuchung von 200 Becquerel an der Flussmündung festgestellt werden.

Professor Kimura schätzt die Ergebnisse ein: “Es gab an keiner Stelle Werte über 8000 Becquerel (das ist der Wert, bei dem das mit Cäsium kontaminierte Material entsorgt werden muss). Im normalen Alltag kommt man nicht Cäsiumkontaminierung in Berührung, deshalb ist eine direkte Auswirkung unwahrscheinlich. Allerdings sollte weiterhin beobachtet werden, wie sich das Cäsium auf die Umwelt auswirkt.” (Tokyo Shimbun, 9.10.2015 Morgenausgabe S.1)

Weiterführende Links:

Belastung von Trinkwasser in Deutschland: Umweltinstitut München e.V.

Belastung Lebensmittel durch Fukushima: Verbraucherzentrale Hamburg

Eigenschaften Cäsium: Lenntech, Wasser-Wissen

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