Strahlungswerte der Flussmündungen in Tokyo unvermindert hoch

Bucht von Tokyo – geringe Strahlungswerte auf offener See

Höchstwerte im Hanami-Fluss (Chiba) bei 878 Becquerel

Viereinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima hat die Tokyo-Zeitung zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit dem Juniorprofessor Shinzô Kimura (Dokkyo Medical University) den Meeresgrund der Flussmündungen in der Bucht von Tokyo auf Cäsiumbelastung untersucht. Die Ergebnisse der ersten Untersuchung 2014 finden Sie hier auf diesem Blog (“Strahlung in der Bucht von Tokyo”, 13. Oktober 2014)

Allgemein lässt sich eine geringe Belastung des Meeresbodens feststellen. Allerdings konzentiert sich das Cäsium an den Flussmündungen der Tokyo Bucht. Grund hierfür ist das Cäsium, das mit den Flüssen Richtung Kantô-Ebene transportiert wurde.

Die Untersuchung wurde vom 21. bis 23. September mit Booten durchgeführt. Zusätzlich zu den Kontrollpunkten der Regierung hat die Tokyo-Zeitung außerdem wichtige Mündungspunkte der Untersuchung hinzugefügt und damit an insgesamt 44 Messpunkten den Meeresboden untersucht.

Die Stichproben, die auf offener See entnommen wurden, wiesen ähnlich wie im letzten Jahr pro Kilo mehrere 10 Bq Strahlung auf, manche Proben lagen sogar unter 10 Bq. Die Fische scheinen nicht weiter betroffen zu sein. Die Werte stimmen mit den Ergebnissen der Regierung überein. Allerdings hat die Konzentration nicht abgenommen im Vergleich zu letztem Jahr.

Das Cäsium kommt eindeutig aus dem AKW Fukushima, denn im Normalzustand würde man hier Werte um Null finden.

Im krassen Gegensatz zu diesen kleinen Werten auf offener See stehen jedoch die Werte an den Flussmündungen.

Mit 288-878 Bq im Hanami-Fluss (Chiba) sind diese zwar gefallen im Vergleich zu 2014 (2000 Bq), allerdings hat sich die Belastung einfach nur verteilt. Der Höchstwert bei den Messungen in diesem Jahr Januar lag bei 942 Bq.

Der Kyû-Edo-Fluss, der durch Tokyo und Chiba fließt, weist im allgemeinen sehr geringe Werte auf, ausgenommen jedoch seiner Mündung ins Meer.

Der Arakawa-Fluss zeigt auch geringere Werte als im letzten Jahr, allerdings hatte es vor den Untersuchungen stark geregnet, sodass sich Schlamm in die Proben gemischt hat und die Ergebnisse beeinflusst wurden. Der Tama-Fluss um Haneda weist mit 100 Bq die gleichen Werte wie im letzten Jahr auf.

BuchtTokyo

Tokyo Shimbun, 13.11.2015, Morgenausgabe S.30

Bei den Untersuchungen nahmen weiterhin Professor Hitoshi Satô (Ibaraki Prefectional University of Health Sciences) und Professor Toshihiro Takatsuji (Nagasaki University) für Strahlenbiophysik teil.

Professor Takatsuji anaslysiert: “Der Grund für die hohe Strahlenkonzentration an den Flussmündungen liegt darin, dass sich das Flusswasser mit dem Meerwasser vermischt und die strahlenden Teilchen sich am Grund absetzen. Durch die Gezeiten und die Flussströmung verändert sich die Verteilung der Strahlung. Weitere Untersuchungen, die die Fische miteinbeziehen, sind unbedingt nötig.” (Tokyo Shimbun, 13.11.2015 Morgenausgabe S. 1)

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