Eiswall wird nicht rechtzeitig fertig

Vorerst nur Wall zur Meerseite in Betrieb genommen

Unklarheit über den Nutzen für die Umwelt

Der Eiswall, den Tepco zum Schutz des Grund- und Meerwasssers um das haverierte AKW Fukushima I baut, wird voraussichtlich ein halbes Jahr später fertig als geplant.

Derzeit ist der Wall zur Seite des Meeres bereits in Betrieb, die Seite zu den Bergen jedoch muss noch gebaut werden. Die Kosten belaufen sich auf 32 Mrd. Yen, wobei unklar ist, ob sich diese teure Investition überhaupt gelohnt hat.

Wenn der Plan funktioniert, verhindert der Eiswall den Zusammenfluss von Grundwasser und belastetem Wasser. Auch der Zufluss zum Meer könnte gestoppt werden. Steht allerdings das Grundwasser tiefer als das Wasser im Gebäude, kann durch Risse in der Wand und den Rohren das belastete Wasser durchsickern. Eine Expertenkommission der NRA will den Wasserstand beobachten und dafür sorgen, dass der Grundwasserstand hoch bleibt, auch wenn es lange nicht regnet.

Auf dieser Grundlage hat Tepco am 15. Februar eine Expertentreffen abgehalten und beschlossen, bei der Installation des Eiswalls schrittweise vorzugehen. Man eignte sich, mit der Meerseite zu beginnen. Nach drei Monaten soll der Fortschritt geprüft werden. Wenn keine Komplikationen auftreten, soll der Eiswall zur Bergseite entstehen. Doch selbst wenn dieses Vorgehen problemlos funktionieren

http://www.tokyo-np.co.jp/article/national/list/201602/CK2016021502000055.html

AKW Fukushima I

sollte, so wird der Wall nicht vor 5-7 Monaten fertig. Das ursprüngliche Ziel, die Installation in diesem Jahr fertigzustellen, wird voraussichtlich nicht erreicht.

Abgesehen von dem Eiswall stapeln sich auch an anderen Fronten die Probleme. Das Grundwasser bewegt sich pro Tag mit einer Geschwindigkeit von 10 cm. Friert man nicht konsequent, sammelt sich das Wasser an den ungefrorenen Stellen. Dadurch wird der Wasserfluss stärker und das Frieren geht schlechter voran. Auch Schächte im Boden sind hinderlich für den Gefrierprozess. Um den Wall aufrechtzuerhalten, werden jährlich Strom- und Reparaturkosten von 1 Mrd. Yen veranschlagt.

Während der Wall den Zusammenfluss mit dem Grundwasser verhindert, soll das hochbelastete Wasser abgeschöpft und in Behältnisse verfrachtet werden. Einen genauen Plan gibt es hierfür allerdings noch nicht. (Tokyo Shimbun, 16.2.2016 Morgenausgabe S. 2)

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